fehlgeleitet hat geschrieben:
Remus Horizon hat geschrieben:Dämonen lassen sich in Materie einsperren. Jedes Gefäss bietet sich dafür an, Statuen, aber auch Wasser, dass man in ein versiegelte es Gefäss legt, lässt man es gefrieren, erstarrt der Dämon darin. Aber ich glaube nicht, dass Magier, die Dämonen in Materie einsperrten, für den Materialismus auf dieser Welt verantwortlich sind.
Kräfte gehen auf materielle Objekte über. Unsere Aura begleitet uns, unsere Gedanken, unsere Gefühle. Wir interagieren mit den Menschen und den Objekten um uns, auch nehmen wir das kaum wahr. Berühren wir etwas, lassen wir unsere Emissionen zurück. Befindet sich etwas längere Zeit in unseren Händen, hinterlassen wir unsere Signatur, die magisch/medial begabte Menschen fühlen können.
Früher nahmen wir eher die Emissionen von Menschen auf. Als das Handwerk vorherrschend war, dass Brot vom Bäcker vor Ort gemacht wurde, da stand das Produkt in unmittelbarem und intensivem Kontakt mit dem Produzenten – somit einem Menschen, der Emissionen hat. Heute ist der Kontakt weniger intensiv. Brot wird zum Aufbachen in den Ofen geschoben, das Essen im Imbiss kommt aus der Tüte, ob Auto, Handy oder Notebook, Fabriken hämmerten sie zusammen. Ausserdem arbeiteten an komplexeren Produkten so viele Menschen, das vorangegangene Emissionen „weggespült“ wurden. Dazu kommt, dass diese Produkte oft einen weiten Weg machen, bis sie den Konsumenten erreichen und sich die Emissionen dabei verflüchtigt. Die Produkte werden sauber/steril gehalten, was von der physischen auf die energetische und mentale Ebene überspringt.
Ich fühle, lasse ich mir etwas schneidern, unterscheidet sich das erheblich von dem, was ich von der Stange kaufe. Ersteres, dort fühle ich die Person, die es anfertigte. Liegt sicher auch daran, dass ich sie persönlich kenne. Aber das Energielevel ist höher. Material, Arbeitsschritte, sie war immer zugegen. Sie bereitet es für die Präsentation vor, sie gab sich grosse Mühe, ihre Kraft floss in das Werk. Das betrachte ich als etwas Positives, weil sie ein guter Mensch ist, ein tüchtiger Mensch und jemand der sehr exakt arbeitet.
schön das dich meine gedanken intressieren
so wie du kann man es sehen.
vielleicht aber - fällt dir die individualität eines handgefertigten stückes heutzutage besonders auf, weil es eben so selten ist.
Remus Horizon hat geschrieben:
Edit:
Möglicherweise ist die fehlende, menschliche Präsenz in den Konsumgütern ein Grund, warum wir immer mehr haben wollen. Es gibt keine persönliche Bindung mehr. Es besitzt keine/wenig Kraft, nichts, was uns daran bindet. Es ist roh, kraftlose Materie.
ein schöner gedanke!
dennoch gehen deine ideen in eine andere richtung als der OP. Meine Idee war ja, dass der Materialismus ein bestimmtes Element in sich hat, dass ihn mit dem Reich der Dämonen verbindet. Dazu verweise ich auf die Geschichte der Maschinen, insbesondere mechanische Maschinen, die schon seit der Antike mit Betrug und Hinterlist assoziert wurden und auch sonst als reichhaltiges Projektionsobjekt dienten. Der Mensch projezierte menschliche Eigenschaften auf die Maschine, die er dann später wieder auf den Menschen zuückprojeziert.
Möglicherweise war die Rückübersetzung nicht frei von etwas neuem, dein Nickname errinert mich hier an den Sci-Fi Horrorfilm 'Event Horizon'
Heißt Dämon nicht ursprünglich Schicksal? Steckt ein solches Schicksal hinter der Vorstellung des Determinismus, wie es die Mechanik diesseits von Chaostheorie naheliegend macht?
Und waren die Maschinen nicht wesentlich im Sieg über den Feudalismus?
In diesem Sinne können digitale Maschinen vielleicht als neue Generationen von Dämonen betrachtet werden, die den alten Kapitalismus verschlungen haben, vielleicht sogar den Kapitalismus überhaupt verschwinden lassen :har:
Hier könnte ich sicherlich noch endlose Zeilen verlieren - doch erstmal soll es reichen