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Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 13:38
von Cpt. Bucky Saia
Ich beantworte jetzt mal nur den Teil wo ich grade nen Kopf für habe und den ich angemessen formulieren kann.
fehlgeleitet hat geschrieben:
Korruption gibt es, aber ein Staat wie der unsere tut alles um sie zu unterbinden. Deswegen gibt es auch so üppige Gehälter und Pensionen für Politiker.
Auch eine Mafia hat ein Interesse an loyalen Familienmitgliedern.
Dann würdest du Lobbyismus nicht als eine Form der Korruption ansehen?
fehlgeleitet hat geschrieben:
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Der Wille auszubeuten ist der Charakter jeder Herrschaft. Allerdings: Die Ausbeutung verfolgt den Zweck selbst reicher zu werden. Würden wir also im vollautomatischen Luxuskommunismus wohnen gäbe es keinen Grund mehr für Ausbeutung, weil wir eh alles haben würden.
Tja, aber da musst du jetzt wieder umgekehrt dran denken, daß du im Leben immer irgendwelche Machtgefälle irgendeiner Größe haben wirst und immer irgendwelche Leute, die das ausnutzen wollen, weil sie einfach Macht haben wollen, weil sie's geil finden. Und ich glaube nicht, daß das im Kommunismus einfach aufhören wird.
Wenn man sich überlegt, dass die meisten Delikte Eigentumsdelikte sind, dann....
Die Wahrscheinlichkeit ist m.M. sehr hoch das einfach eine verlagerung der Delikte stattfindet wenn sich im Luxuskommunismus erstmal eine gewisse Dekadenz bahnbricht. Sexualdelikte, Morde aus Langeweile (Menschenjagd) oder dergleichen. Im grunde kannst du so ein verhalten bei jeder Kultur beobachten die zu irgendeinem Zeitpunkt in der Lage war all ihre notwendigen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Profiteure einer solchen Kultur verlagerten schlicht den Aspekt der Ausbeutung. Eigentumsdelikte sind eben nur wieder ein Aspekt auf einer ganzen Liste von verfehlungen die man zur Ausbeutung dazurechnen kann.
Mal ganz zu schweigen von Delikten die aus emotionalen Gründen resultieren wie Mord aus Eifersucht z.B. und da kommt eben wieder die menschliche Komponente ins Spiel die nicht berücksichtigt wird.

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 13:52
von fehlgeleitet
Cpt. Bucky Saia hat geschrieben:Ich beantworte jetzt mal nur den Teil wo ich grade nen Kopf für habe und den ich angemessen formulieren kann.
fehlgeleitet hat geschrieben:
Korruption gibt es, aber ein Staat wie der unsere tut alles um sie zu unterbinden. Deswegen gibt es auch so üppige Gehälter und Pensionen für Politiker.
Auch eine Mafia hat ein Interesse an loyalen Familienmitgliedern.
Dann würdest du Lobbyismus nicht als eine Form der Korruption ansehen?
Du hast es erfasst, beim Lobbyismus geht es in erster Linie nicht um Korruption. Wenn VW lauter Sonderbehandlungen bekommt, liegt dass daran, dass VW eben neben Bayer der stärkste deutsche Konzern weltweit ist, die Bundesregierung ihn also auch brauch um sich mit ihm im internationalen Konkurrenzkampf sich durchzusetzen.
Noch deutlicher die Bankenrettung. Wenn Privatpersonen sich verspekulieren ist das ihr Problem, Banken sind hingegen "systemrelevant". Und das eben nicht nur, weil es auch korrupte Politiker gibt, sondern vor allen Dingen weil die Banken eben den Reichtum der Nation verwalten.

Du siehst also, wie marxistische Systemkritik sich vom normalen Korruptionsvorwurf abhebt ;-D ?
fehlgeleitet hat geschrieben:
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Der Wille auszubeuten ist der Charakter jeder Herrschaft. Allerdings: Die Ausbeutung verfolgt den Zweck selbst reicher zu werden. Würden wir also im vollautomatischen Luxuskommunismus wohnen gäbe es keinen Grund mehr für Ausbeutung, weil wir eh alles haben würden.
Tja, aber da musst du jetzt wieder umgekehrt dran denken, daß du im Leben immer irgendwelche Machtgefälle irgendeiner Größe haben wirst und immer irgendwelche Leute, die das ausnutzen wollen, weil sie einfach Macht haben wollen, weil sie's geil finden. Und ich glaube nicht, daß das im Kommunismus einfach aufhören wird.
Wenn man sich überlegt, dass die meisten Delikte Eigentumsdelikte sind, dann....
Cpt. Bucky Saia hat geschrieben:IDie Wahrscheinlichkeit ist m.M. sehr hoch das einfach eine verlagerung der Delikte stattfindet wenn sich im Luxuskommunismus erstmal eine gewisse Dekadenz bahnbricht. Sexualdelikte, Morde aus Langeweile (Menschenjagd) oder dergleichen. Im grunde kannst du so ein verhalten bei jeder Kultur beobachten die zu irgendeinem Zeitpunkt in der Lage war all ihre notwendigen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Profiteure einer solchen Kultur verlagerten schlicht den Aspekt der Ausbeutung. Eigentumsdelikte sind eben nur wieder ein Aspekt auf einer ganzen Liste von verfehlungen die man zur Ausbeutung dazurechnen kann.
Mal ganz zu schweigen von Delikten die aus emotionalen Gründen resultieren wie Mord aus Eifersucht z.B. und da kommt eben wieder die menschliche Komponente ins Spiel die nicht berücksichtigt wird.
Das alles kann passieren oder auch nicht. Wir wissen nicht, was der Mensch im Kommunismus tut. Ich für meinen Teil werde im Kommunismus etwas anderes tun als zu vergewaltigen und zu morden.

Wie wäre es stattdessen mit einer diskordischen Kneipe in der man auch technische Bastelein machen kann?

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 14:04
von Bwana Honolulu
fehlgeleitet hat geschrieben:Wenn man sich überlegt, dass die meisten Delikte Eigentumsdelikte sind, dann....
Auf die Schlussfolgerung bin ich mal gespannt.

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 14:26
von fehlgeleitet
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Wenn man sich überlegt, dass die meisten Delikte Eigentumsdelikte sind, dann....
Auf die Schlussfolgerung bin ich mal gespannt.
...könnte es sein, dass es ohne Eigentum kaum noch Delikte gibt.

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 15:01
von Bwana Honolulu
fehlgeleitet hat geschrieben:
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Wenn man sich überlegt, dass die meisten Delikte Eigentumsdelikte sind, dann....
Auf die Schlussfolgerung bin ich mal gespannt.
...könnte es sein, dass es ohne Eigentum kaum noch Delikte gibt.
Bitte eine Quelle dafür, daß Eigentumsdelikte einen dermaßen großen Anteil an der Kriminalstatistik ausmachen, daß du den Rest guten Gewissens als vernachlässigbar klein ist und zudem inhaltlich unbedenklich bezeichnen könntest. Ja, vielleicht könnte man logischerweise auch Verbrechen, die entsprechenden Hintergrund haben (z.B. Mord je nach Motiv) noch mit dazuzählen, aber trotzdem. Die Probleme, von denen ich geredet habe, sind ja nicht nur Eigentumsdelikte, es ging mir eher darum, daß trotzdem weiterhin Leute versuchen werden, Leute irgendwie auszubeuten.
Aber davon ab: Seit wann strebt bitte der Kommunismus die Abschaffung jeglichen Privateigentums an? :kombiniere: Ich dachte, es ginge nur um das Eigentum an Produktionsmitteln, ansonsten bist du eher bei Proudhon als bei Marx, und Proudhon ist ja wohl eher Anarchist als Kommunist... ;-P

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 15:21
von fehlgeleitet
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:
Bwana Honolulu hat geschrieben:Auf die Schlussfolgerung bin ich mal gespannt.
...könnte es sein, dass es ohne Eigentum kaum noch Delikte gibt.
Bitte eine Quelle dafür, daß Eigentumsdelikte einen dermaßen großen Anteil an der Kriminalstatistik ausmachen, daß du den Rest guten Gewissens vernachlässigbar klein ist und zudem inhaltlich unbedenklich. Ja, vielleicht könnte man logischerweise auch Verbrechen, die entsprechenden Hintergrund haben (z.B. Mord je nach Motiv) noch mit dazuzählen, aber trotzdem. Die Probleme, von denen ich geredet habe, sind ja nicht nur Eigentumsdelikte, es ging mir eher darum, daß trotzdem weiterhin Leute versuchen werden, Leute irgendwie auszubeuten.
Aber davon ab: Seit wann strebt bitte der Kommunismus die Abschaffung jeglichen Privateigentums an? :kombiniere: Ich dachte, es ginge nur um das Eigentum an Produktionsmitteln, ansonsten bist du eher bei Proudhon als bei Marx, und Proudhon ist ja wohl eher Anarchist als Kommunist... ;-P
hast natürlich recht was die Produktionsmittel angeht. Hier die :qualle:

Bild

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 15:32
von Bwana Honolulu
:kombiniere: Und welcher Anteil genau ist jetzt guten Gewissens vernachlässigbar klein und inhaltlich so unbedenklich, daß man von "kaum noch Delikte" sprechen kann?
Egal, hat sich durch die andere Sache ja jetzt geklärt. ^^

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 15:43
von Cpt. Bucky Saia
Davon mal ab halte ich die annahme das Eigentumsdelikte verschwinden durch die befriedigung der Grundbedürfnisse für haltloß. Es gibt immerhin eine ganze Palette von Waren und Gütern die zu einzigartig oder selten sind als das sie massenhaft für alle verfügbar sein könnten.
Spätestens wenn es an Güter geht die mehr als Grundbedürfniss sind (also eben nicht mehr durch bereitstellung der entsprechenden Güter gedeckt werden) ist ein Eigentumsdelikt wieder wahrscheinlicher.
Verkürzt gesagt: Kunstraub wird es immer geben.

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 7. Juli 2019, 17:11
von Bwana Honolulu
Cpt. Bucky Saia hat geschrieben:Verkürzt gesagt: Kunstraub wird es immer geben.
Warum? Du kannst ja allein schon keinen Kunstdieb mehr bezahlen, wenn's kein Geld mehr gibt. %D

Re: Lesekreis: Das Kapital

Verfasst: 8. Juli 2019, 11:19
von fehlgeleitet
Warum es einfach nicht war ist, dass "Deutschland vergreist"

Der Grund für die (Alters)armut von heute ist das kapitalistische Wachstum von gestern. Nicht etwa weil es zu niedrig, sondern weil es zu hoch war!

Die Journalie steht natürlich auf Seiten des Altersrassismus von Staat und Kapital.