====== Sri Sidya ====== **Sri Sidya** gilt als Begründer der Lehre vom //Dao-Kakao// und als eine der zentralen Gestalten der diskordischen Mystik im Umfeld des //[[Liber Keiosu]]//. Die Überlieferung situiert sein Wirken in einem kulturell oszillierenden Raum zwischen fernöstlicher Dao-Tradition, postsowjetischer Groteske und dezidiert chaotischer Mystik. Sein Name leitet sich vom russischen "Сри сидя" ab, was "Scheiss' im Sitzen" bedeutet und programmatisch die Spannung zwischen sakraler Autorität und profaner Erdung markiert. Sri Sidya war ursprünglich Schüler des Lehrers [[Brohatmaputer]]. Seine Initiation wird mit einer Episode um die Eisenstange verbunden, deren erster Schlag ihm augenblickliche Erleuchtung verschafft haben soll. Ob es sich hierbei um ein mystisches Ereignis oder eine neurophysiologische Kurzschlussreaktion handelte, ist in der Forschung umstritten, wahrscheinlich war es aber beides. Infolge dieses Erlebnisses wandte er sich vom traditionellen Tee ab und erhob den Kakao zum sakralen Getränk seiner Lehre. Diese Substitution darf nicht als bloße Satire missverstanden werden, sondern als bewusste Verschiebung des Symbols: Wo Tee für formalisierte Tradition steht, verkörpert Kakao eine dunklere, dichtere und zugleich kindlich-archaische Form des spirituellen Erwachens. Seine Lehrmethode war von radikaler Unmittelbarkeit geprägt. Sri Sidya beantwortete metaphysische Fragen mit Ohrfeigen, Beschimpfungen oder tätlichen Übergriffen, wobei nicht immer eindeutig war, ob diese als pädagogisches Instrument oder als spontaner Affekt zu deuten sind. Wobei, eigentlich war es ziemlich klar beides. Dass er wiederholt mit der Eisenstange auf Schüler, Vagabunden oder metaphysisch fehlgeleitete Personen einschlug, gehört zu den besser bezeugten Zügen seiner Biographie. Dennoch berichten die Quellen übereinstimmend, dass zahlreiche Zeitgenossen gerade in dieser Unberechenbarkeit einen Ausdruck authentischer Gegenwärtigkeit sahen. Charakteristisch für Sidyas Denken ist die konsequente Unterminierung jeder Systembildung. Er betonte wiederholt, selbst nicht zu wissen, was er sage, und verlangte von seinen Schülern, "der Schlange selbst Beine zu geben". Seine Ablehnung rein diskursiver Dao-Debatten führte schließlich zur expliziten Abgrenzung vom klassischen Dao zugunsten des [[Dao-Kakao]]. Diese Wendung markiert den eigentlichen Beginn einer diskordischen Lehrtradition, in der Erkenntnis weniger durch logische Konsistenz als durch existentiellen Schlag auf die Seite - metaphorisch wie wörtlich - erzeugt wird. Trotz - oder gerade wegen - seiner Grobheit wurde Sri Sidya zu einer verehrten Lehrerfigur. Dass er mitunter wie ein Arschloch auftrat, gilt innerhalb der Tradition nicht als moralischer Makel, sondern als anthropologische Konstante. ===== Quellen ===== * //Liber Keiosu, Teil 5 - Die Lehren des Sri Sidya vom Dao-Kakao// {{tag>eristokratie:nokixel:tag:dao-kakao}}