Hanatvastandand

Hanatvastandand wird im Liber Keiosu als treuer, jedoch notorisch verständnisresistenter Schüler Sri Sidyas beschrieben. Seine historische Existenz wird innerhalb der Tradition nicht bezweifelt, wohl aber sein intellektueller Zugriff auf das Gehörte.

Er erscheint wiederholt als Figur des Missverstehens, wobei gerade dieses Missverstehen produktive Züge annimmt. Als er aus einem Gebüsch beobachtet, wie Sri Sidya plant, ihm mittels Eisenstange den „richtigen Pfad“ näherzubringen, interpretiert er die Situation als Fortschritt auf dem Weg zur Erleuchtung. In dieser paradoxen Selbstbestätigung zeigt sich eine Form diskordischer Hermeneutik: Erkenntnis entsteht nicht durch korrektes Verständnis, sondern durch konsequente Umdeutung.

In späteren Episoden verwischen die Identitätsgrenzen zwischen Hanatvastandand, Sri Sidya und Brohatmaputer. Die Behauptung, der wahre Name des Lehrers sei in Wahrheit Hanatvastandand, verweist auf eine zyklische Namensmetaphysik, in der Autorität stets relativiert wird. Ob Hanatvastandand ein Vollidiot oder ein verborgener Meister war, bleibt eine offene Frage. Die Überlieferung scheint an beidem Gefallen zu finden.

Quellen