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Zweifelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 18:23
von fehlgeleitet
Anlässlich dieser Streitfrage wollte ich mich mal umhören, in wie weit die anderen Forenbenutzer hier noch traditionellen "guten" Ideologien angehören.

Ich habe tendenziell den Eindruck, dass sich unter dem Deckmantel des guten Zweckes vermehrt Betrüger unterwegs sind, die nicht konsequent genug ausgegrenzt werden. Ein solchen Eindruck bekomme ich beispielsweise, wenn ein Gesetz zur schnelleren Abschiebung unter Vergewaltigungsprävention durchgeboxt wird. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass Geisteswissenschaften in der Vergangenheit und heute allgemeine Kritik an Naturwissenschaften dazu nutzen, ansonsten unhaltbares Zeug zu verbreiten und so ideologisches Geschwafel gegen Kritik zu immunisieren.

Weiterhin scheint dieses Verhalten darauf ausgericht zu sein, sich mit der Gesamtsituation zu arrangieren und sich irgendwo seine Niesche zu suchen. Dieses ideologisch-wissenschaftliche Gangstertum ist also auch durch und durch opportunistisch.

Das ist nur mein möglicherweise vollkommen verqueerer Eindruck. Ich bin mir häufig nicht sicher, ob ich die Dinge "richtig" sehe.

Re: Dreifelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 19:21
von Bwana Honolulu
Man könnte ein wenig den Eindruck haben, daß du gerade fragst, ob hier jemand offen zugeben möchte, ein Heuchler zu sein. %D

Re: Vierfelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 20:18
von fehlgeleitet
Bwana Honolulu hat geschrieben:Man könnte ein wenig den Eindruck haben, daß du gerade fragst, ob hier jemand offen zugeben möchte, ein Heuchler zu sein. %D
mh ne so direkt würde ich das nicht ausdrücken. :-)
und überhaupt, "Heuchler" ist inzwischen ein postiv konnotiertes Wort, ich denke es ist gerade Trumps mehr oder weniger offen kriminelles Verhalten das ihn in der Wählergunst aufsteigen lässt.

Heuchelei zuzugeben macht es also nicht besser - andrerseits glaube ich eben nicht, dass Gangstertum die Antwort auf alle Fragen ist. Auch wenn es spieltheoretisch so sein mag, dass bestimmte Strategien des Eigennutzes das Gemeinwohl notwendigerweise sabotieren müssen, so ist dieser Eigennutz in Form von Bedürfnissbefriedigung eben nicht wirklich befriedigend.

Ich meine wenn ich eine Million hätte würde ich gut essen, ein paar Nutten ficken und viele Drogen nehmen und dann? Ok, ich hätte auch keine Existenzängste, aber auf dauer glaube ich das mich das nicht wirklich glücklich machen würde. Es wäre sicherlich ein guter Anfang natürlich.

Insofern sehe ich mich irgendwo schon so auf der Suche nach einer Alternative, und meine Suche ist definitiv auch irgendwo politisch, weil ich der Meinung bin das andere Leute auch eben diese Probleme haben. Nur mißtraue ich der Vorstellung, dass ich einfach nur die a priori "guten Ideologien" auswendiglernen sollte um das zu finden was ich suche. Bei so einigen postmodernen Denkern habe ich den Eindruck sie sägen einfach nur den Ast ab auf dem sie sitzen. Und das auch nur scheinbar. Denn in Wirklichkeit wollen sie nur Aufmerksamkeit. :ehrerbietung:

Re: Fünffelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 20:53
von Cpt. Bucky Saia
Was zahlst du mir damit ich deine Meinung vertrete? :twisted:

Re: Sechsfelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 21:08
von fehlgeleitet
Cpt. Bucky Saia hat geschrieben:Was zahlst du mir damit ich deine Meinung vertrete? :twisted:
genau das ist es was ich meine :sauer:

schon erstaunlich das ich ein schlechtes gewissen habe wenn ich diese punkte überhaupt anspreche. aber ich finde es irgendwo recht legitim dies zu tun. auf rein assoziativen Gedankengängen kann keine alternative zum jetzigen system erwachsen. *wichtigtuerischguck*

Re: Siebenfelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 21:12
von Bwana Honolulu
fehlgeleitet hat geschrieben:in wie weit die anderen Forenbenutzer hier noch traditionellen "guten" Ideologien angehören.
OK, erster Punkt: Was verstehst du unter diesen "traditionellen 'guten' Ideologien"? Welche Ideologien sind das?
fehlgeleitet hat geschrieben:Ich habe tendenziell den Eindruck, dass sich unter dem Deckmantel des guten Zweckes vermehrt Betrüger unterwegs sind, die nicht konsequent genug ausgegrenzt werden.
... und das ist ein völlig neues Phänomen, darum gab es nie Religionskriege im Namen des "Guten"? :kopfkratz:
fehlgeleitet hat geschrieben:Ein solchen Eindruck bekomme ich beispielsweise, wenn ein Gesetz zur schnelleren Abschiebung unter Vergewaltigungsprävention durchgeboxt wird. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass Geisteswissenschaften in der Vergangenheit und heute allgemeine Kritik an Naturwissenschaften dazu nutzen, ansonsten unhaltbares Zeug zu verbreiten und so ideologisches Geschwafel gegen Kritik zu immunisieren.
Zum Beispiel?
fehlgeleitet hat geschrieben:Weiterhin scheint dieses Verhalten darauf ausgericht zu sein, sich mit der Gesamtsituation zu arrangieren und sich irgendwo seine Niesche zu suchen. Dieses ideologisch-wissenschaftliche Gangstertum ist also auch durch und durch opportunistisch.
Dieses... was? :-?
fehlgeleitet hat geschrieben:Ich bin mir häufig nicht sicher, ob ich die Dinge "richtig" sehe.
Nur der Wahnsinnige ist sich absolut sicher. :meditation:
fehlgeleitet hat geschrieben:mh ne so direkt würde ich das nicht ausdrücken. :-)
Darum hab' ich das für dich übernommen. ;-P
fehlgeleitet hat geschrieben:und überhaupt, "Heuchler" ist inzwischen ein postiv konnotiertes Wort
Wat? :wat: Seit wann das denn? Ich hab' noch nie gehört, daß sich jemand stolz selbst als Heuchler bezeichnet oder so. o_O
fehlgeleitet hat geschrieben:ich denke es ist gerade Trumps mehr oder weniger offen kriminelles Verhalten das ihn in der Wählergunst aufsteigen lässt.
Skrupellosigkeit und Opportunismus, über die die Leute mehr als geflissentlich hinwegsehen oder die sie hinnehmen (oder einfach nicht erkennen in ihrer dummen Verblendung), sind etwas anderes, als als positiv aufgefasste Heuchelei.
fehlgeleitet hat geschrieben:Heuchelei zuzugeben macht es also nicht besser - andrerseits glaube ich eben nicht, dass Gangstertum die Antwort auf alle Fragen ist.
Gangstertum? Was für Gangstertum? Und wer behauptet, das sei die Antwort auf Heuchelei?
fehlgeleitet hat geschrieben:Auch wenn es spieltheoretisch so sein mag, dass bestimmte Strategien des Eigennutzes das Gemeinwohl notwendigerweise sabotieren müssen, so ist dieser Eigennutz in Form von Bedürfnissbefriedigung eben nicht wirklich befriedigend.
Klingt jetzt eher wie Konsumkritik. :kp:
fehlgeleitet hat geschrieben:Ich meine wenn ich eine Million hätte würde ich gut essen, ein paar Nutten ficken und viele Drogen nehmen und dann?
Warum würdest du das tun - insbesondere, wenn du schon weisst, daß es dir nicht viel bringt?
fehlgeleitet hat geschrieben:Ok, ich hätte auch keine Existenzängste, aber auf dauer glaube ich das mich das nicht wirklich glücklich machen würde.
Das mit den Existenzängsten kann 'ne wichtige Sache sein, und in unserer Welt kann ein ausreichend dickes Konto tatsächlich dagegen helfen. Kann. Muss nicht.
fehlgeleitet hat geschrieben:Es wäre sicherlich ein guter Anfang natürlich.
Möglich.
fehlgeleitet hat geschrieben:Insofern sehe ich mich irgendwo schon so auf der Suche nach einer Alternative, und meine Suche ist definitiv auch irgendwo politisch, weil ich der Meinung bin das andere Leute auch eben diese Probleme haben. Nur mißtraue ich der Vorstellung, dass ich einfach nur die a priori "guten Ideologien" auswendiglernen sollte um das zu finden was ich suche.
Wenn ich jetzt wüsste, was du unter "guten Ideologien" verstehst, könnte ich sicher auch darauf eingehen. Andererseits erscheint mir stures, verständnisloses Auswendiglernen von Verhaltensregeln selten eine Lösung zu sein.
fehlgeleitet hat geschrieben:Bei so einigen postmodernen Denkern habe ich den Eindruck sie sägen einfach nur den Ast ab auf dem sie sitzen. Und das auch nur scheinbar. Denn in Wirklichkeit wollen sie nur Aufmerksamkeit. :ehrerbietung:
Werd' doch einfach mal konkret hier, und red' nicht dauernd um den heissen Brei! :roll:

Re: Achtfelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 21:29
von Cpt. Bucky Saia
Dat is doch nen Kommunist :frust:

Re: Zweifelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 21:52
von fehlgeleitet
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:in wie weit die anderen Forenbenutzer hier noch traditionellen "guten" Ideologien angehören.
OK, erster Punkt: Was verstehst du unter diesen "traditionellen 'guten' Ideologien"? Welche Ideologien sind das?
es geht nicht darum was "ich" darunter verstehe sondern was darunter verstanden wird. prinzipiell "gut" ist natürlich beispielsweise der umweltschutz, rechte für minderheiten, dass würden fast alle die man danach fragt behaupten und dem würde auch ich weitgehend zustimmen.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Ich habe tendenziell den Eindruck, dass sich unter dem Deckmantel des guten Zweckes vermehrt Betrüger unterwegs sind, die nicht konsequent genug ausgegrenzt werden.
... und das ist ein völlig neues Phänomen, darum gab es nie Religionskriege im Namen des "Guten"? :kopfkratz:
naja, dann ist es wohl egal.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Ein solchen Eindruck bekomme ich beispielsweise, wenn ein Gesetz zur schnelleren Abschiebung unter Vergewaltigungsprävention durchgeboxt wird. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass Geisteswissenschaften in der Vergangenheit und heute allgemeine Kritik an Naturwissenschaften dazu nutzen, ansonsten unhaltbares Zeug zu verbreiten und so ideologisches Geschwafel gegen Kritik zu immunisieren.
Zum Beispiel?
Ich frage mich wie Feyerabend es geschafft hat ernsthaft diskutiert zu werden, bzw. wie man auf die Idee kam ihn als Alternative zu Poppers kritischen Rationalismus zu sehen. Und das ist nur ein Beispiel von sehr vielen. Es gibt Menschen die Typen wie Derrida für einen Betrüger halten, und Luhmanns Systemtheorie überzeugt mich immer weniger je mehr ich mich mit ihm beschäftige.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Weiterhin scheint dieses Verhalten darauf ausgericht zu sein, sich mit der Gesamtsituation zu arrangieren und sich irgendwo seine Niesche zu suchen. Dieses ideologisch-wissenschaftliche Gangstertum ist also auch durch und durch opportunistisch.
Dieses... was? :-?
ideologische lobbyarbeit und wichtigtuerei unter wissenschaftlichem deckmantel
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:und überhaupt, "Heuchler" ist inzwischen ein postiv konnotiertes Wort
Wat? :wat: Seit wann das denn? Ich hab' noch nie gehört, daß sich jemand stolz selbst als Heuchler bezeichnet oder so. o_O
Doch Gangster sind cool. ich glaube viele Anhänger des rechtspopulismus handeln nur wegen der lust am spektakel.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:ich denke es ist gerade Trumps mehr oder weniger offen kriminelles Verhalten das ihn in der Wählergunst aufsteigen lässt.
Skrupellosigkeit und Opportunismus, über die die Leute mehr als geflissentlich hinwegsehen oder die sie hinnehmen (oder einfach nicht erkennen in ihrer dummen Verblendung), sind etwas anderes, als als positiv aufgefasste Heuchelei.
gangsterrap ist auch mal populär gewesen.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Heuchelei zuzugeben macht es also nicht besser - andrerseits glaube ich eben nicht, dass Gangstertum die Antwort auf alle Fragen ist.
Gangstertum? Was für Gangstertum? Und wer behauptet, das sei die Antwort auf Heuchelei?
Nein, die Vorstellung das der abgefucksteste Wixer das meiste aus seinem Leben herausholt, impliziert auch, dass es natürlich ist sich so zu verhalten. Oder das man ihn daran hindern müsse. Das ist genau die Nachricht die bei mir ankommt. Nur weiß ich nicht ob das der Geist des Kapitalismus ist oder nur die Angst meiner Mitmenschen, die in einem solchen verhalten eine scheinbaren sicheren (weil gewinnbringenden) verhaltenskodex sehen.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben: Auch wenn es spieltheoretisch so sein mag, dass bestimmte Strategien des Eigennutzes das Gemeinwohl notwendigerweise sabotieren müssen, so ist dieser Eigennutz in Form von Bedürfnissbefriedigung eben nicht wirklich befriedigend.
Klingt jetzt eher wie Konsumkritik. :kp:
nein, spieltheorie hat auch aussagen bezüglich demokratie und parteien gemacht.

Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Ich meine wenn ich eine Million hätte würde ich gut essen, ein paar Nutten ficken und viele Drogen nehmen und dann?
Warum würdest du das tun - insbesondere, wenn du schon weisst, daß es dir nicht viel bringt?
das ist das einzige was mir einfällt wozu geld da ist.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Insofern sehe ich mich irgendwo schon so auf der Suche nach einer Alternative, und meine Suche ist definitiv auch irgendwo politisch, weil ich der Meinung bin das andere Leute auch eben diese Probleme haben. Nur mißtraue ich der Vorstellung, dass ich einfach nur die a priori "guten Ideologien" auswendiglernen sollte um das zu finden was ich suche.
Wenn ich jetzt wüsste, was du unter "guten Ideologien" verstehst, könnte ich sicher auch darauf eingehen. Andererseits erscheint mir stures, verständnisloses Auswendiglernen von Verhaltensregeln selten eine Lösung zu sein.
alles was mit umweltschutz und schutz von minderheiten zu tun hat. habe eben den eindruck, dass diese beiden schlagwörter zunehmend mißbraucht werden. nein, ich meine jetzt nicht die flüchtlinge. ich habe nichts gegen ausländer.
ich möchte das die Grünen und die SPD für die Agenda 2010 bestraft werden. Die grünen verstecken sich hinter wohlklingenden Ideologien um ihren abgefuckten ökokapitalismus zu zelebrieren.
Bwana Honolulu hat geschrieben:
fehlgeleitet hat geschrieben:Bei so einigen postmodernen Denkern habe ich den Eindruck sie sägen einfach nur den Ast ab auf dem sie sitzen. Und das auch nur scheinbar. Denn in Wirklichkeit wollen sie nur Aufmerksamkeit. :ehrerbietung:
Werd' doch einfach mal konkret hier, und red' nicht dauernd um den heissen Brei! :roll:
Habe ich weiter oben.

Re: Zweifelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 22:06
von Cpt. Bucky Saia
Aber was ist denn nun "das gute"? :kopfkratz:

Re: Achtfelhafte Ideologien "des guten"

Verfasst: 7. Juli 2016, 22:07
von Bwana Honolulu
Cpt. Bucky Saia hat geschrieben:Dat is doch nen Kommunist :frust:
Wer? :kopfkratz:

Äääh, felge, willst du die Formatierung reparieren oder soll ich das tun? :kp: