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Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 7. August 2019, 05:45
von Cpt. Bucky Saia
Sperrt auf allen Hauptstraßen eine Spur für Radfahrer & Co.!

Radfahrer gegen Scooterfahrer, Lastenräder gegen Kampfradler? Blödsinn! Die Berliner machen gerade Verkehrswende. Die Politik sollte mal helfen. Ein Vorschlag.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/gesc ... ket-newtab

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 31. August 2019, 16:39
von Cpt. Bucky Saia
Nicht der E-Scooter ist pervers, sondern die Situation, in der er fährt
... Angesichts der Mengenverhältnisse ist die Massenhysterie, die da plötzlich herrscht, eigentlich nur mit dem bewusstseinsverändernden Genuss von zu vielen Autoabgasen zu erklären – rational ist sie nicht. Gerade mal ein paar Tausend von den Dingern cruisen durch die Stadt oder stehen uns auch mal im Weg. Ein paar Tausend E-Scooter in einer Stadt von mehr als dreieinhalb Millionen Einwohnern. Logo, das ist ein Riesenproblem!

Allerdings wird dieselbe Stadt seit Jahrzehnten verstopft von inzwischen fast 1,3 Millionen Blechhaufen auf vier Rädern, die so selbstverständlich überall herumstehen, dass sie den meisten Leuten gar nicht mehr auffallen. Und die sind auch im abgekühlten Aggregatzustand noch gefährlicher als die Scooterflotte.

Zehntausende Autos stehen ständig auf Gehwegen und Radwegen, in Einfahrten und vor abgesenkten Bordsteinen, Kitas und Schulen. Ihre Fahrer blockieren Kinderwagen und Rollstühle, sie zwingen Fußgänger und Radfahrer in den Fließverkehr, kreuzen und wenden ohne Rücksicht auf Verluste, rasen bei Rot über die Kreuzung und durch verkehrsberuhigte Zonen, gerne auch mal mit ein paar lebensgefährlichen Promille zu viel – lebensgefährlich für andere. Aber wir regen uns auf über ein paar Roller? ...
https://www.tagesspiegel.de/berlin/kein ... ket-newtab

Traurig sind mal wieder die Kommentare die zur Mehrheit den anschein erwecken das man nicht verstanden hat worum es eigentlich geht.

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 4. September 2019, 04:33
von Cpt. Bucky Saia
Autofreie Stadtviertel

Erst sind alle dagegen - und dann dafür

Im Hamburger Stadtteil Ottensen sollen zwei Straßen für sechs Monate weitgehend autofrei bleiben. Immer mehr Städte drängen das Auto zurück, um wieder mehr Platz für die Menschen zu schaffen.
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/aut ... 84291.html

Aus ermangelung eines Acc auf SpOn hier mein Fazit.

Ich lebe seit ich denken kann in den Randbezirken einer Kleinstadt. In meiner Kindheit wurde dich Durchgangsstraße zu einer Fußgängerzone umfunktioniert. Auch da gabs damals geschrei. Es stimmt schon. Viele Geschäfte wanderten damals ab, hinzugekommen sind dann die die sich die höheren Ladenmieten leisten konnten nämlich überwiegend große Ketten. Aufgrund der monotonie des Angebotes war die Fußgängerzone dann irgendwann auch weniger gut besucht. Trotzdem wurde der Autofreie Platz gern für veranstaltungen und Märkte genutzt. Die Stadt hat der abwanderung dann entgegengewirkt indem direkt neben dem (Bus)Bahnhof eine Mall entstanden ist. Wunderbare Verkehrsanbindung, top erreichbar mit Bus und Bahn. Resultat dieser maßnahme? Viele Ketten zogen in die neue Mall aufgrund des attraktieveren Standortes. Die Geschäfte in der Fußgängerzone standen leer, die Mieten sanken und siehe da aufeinmal sprossen wieder überall kleine Einzelhändler aus dem Boden die sich die Mieten wieder leisten konnten was zu einer erneuten belebung der Fußgängerzone führte. Das Argument das Behinderte oder Alte Menschen die auf ein Auto angewisen sind hakt. Die Krankenkasse übernimmt im berechtigen Fall durchaus die Taxikosten. Davon mal ab wenn man so alt ist das man sich keine 20 Meter mehr ohne Auto bewegen kann sollte man vieleicht eh besser nicht mehr Auto fahren (da bedingt auch das eine das andere wenn man durchs Autofahren vieleicht eh so träge wurde ;) )
Das Argument das Geringverdiener vom Leben ausgeschlossen sind hakt ebenso. Die meißten in meinem Umfeld die Geringverdiener sind besitzen eben gar kein Auto da sie es sich schlicht nicht leisten können. Für sie sind Autofreie Innenstädte ein seegen. Einzig und alleine di mäßige anbindung des Öpnv hier und dort in kombination mit den exorbitqant hohen Preisen wäre da noch ein Dorn im Auge.
Es wäre wünschenswert wenn man dort ansetzen würde. Förderung der Einzelhändler in Fußgängerzonen, niedrige Preise bei den ÖPNV und eine höhere Taktung.
Früher gabs noch überall kleine Tante Emma Läden da mußte niemand in den Supermarkt fahren. Eine rückbesinnung auf dezentrale Strukturen wäre wünschenswert eine förderung hier ebenso. Danaben gibt es ja noch das Internet wo ich mir all das bestellen kann was ich in einer Stadt die überwiegend voler Ketten ist eh nicht finden kann.

Edit : davon mal abgesehen ist meiner Meinung nach das Automobil ein wesentlicher Faktor der zu jener Isolation und Zentralisierung der Infrastruktur beigetragen hat die jetzt von den Automobil Befürwortern als Argument für ein Auto vorgebracht werden. Supermärkte auf der grünen Wiese und der Wegfall kleiner Einzelhändler resultiert ja zu einem großen Teil auch aus der größeren Mobilität. Ebenso die Distanz die vermehrt zwischen Familienmitgliedern entsteht.

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 6. September 2019, 17:42
von Cpt. Bucky Saia
Wie China die deutschen Autobauer ausbremst
Bei E-Autos, Roboterwagen und Mobilitätsdiensten bevorzugt Peking verstärkt lokale Anbieter. Die Folgen für VW, Daimler und BMW sind gravierend.
https://www.handelsblatt.com/unternehme ... ket-newtab

Besonders nett fand ich diesen Abschnitt
Das Riesenreich stellt sein Verkehrssystem gerade im Eiltempo von traditionellen Konzepten auf Zukunftstechnologien um. In dieser neuen Mobilitätswelt, die von Elektroautos, Roboterwagen und Mobilitätsdiensten geprägt sein wird, verlieren die deutschen Autobauer ein Stück weit ihr Alleinstellungsmerkmal. Sie werden ausgebremst.
Mal von dem ganzen pipapo und drumherrum abgesehn.
Erinnert mich doch dieser Beitrag an das was ich über das Klima sagte. Ein nicht handeln bzw das festhalten an konservativen Techniken und Methoden führt letztendlich nur zu mehr kosten und einer schwächeren Wirtschaft als es eine zeitnahe Investition und ein zeitnahes Handeln je könnten.

Die deutschen Atomobilbauer verstehen anscheinend nicht das der Traum vom Eigentum Auto Global im niedergang ist. Das Auto als Statussymbol hat bald ausgedient. Mobilität ja aber nicht zu lasten einer materiellen Bindung an ein Objekt das ausser einer gesteigerten Mobilität nahezu nichts positives zu bieten hat.
Da hilft auch kein E-Auto und so ein Käse. Auch E-Autos verstopfen die Stadt und stehen wenn ungenutzt nur doof in der gegend rum.
Das die absatzmärkte für deutsche Autos einbrechen ist jedenfalls für mich ein Grund zur Freude. Wirtschaft hin oder her aber das Auto als Eigentum ist für mich ein Konzept das nie hätte umgesetzt werden dürfen. Sinnloß, überflüssig und dazu noch schädlich für alle.

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 7. September 2019, 17:32
von Cpt. Bucky Saia
"Ein kostenloses ÖPNV-Ticket für alle ist überflüssig“
Die Mobilitätsforscherin Dr. Sophia Becker über die richtigen Anreize zur Verkehrswende, die nötigen Voraussetzungen für den Wandel und die Rolle der Kommunen.
https://www.riffreporter.de/busystreets ... iewbecker/

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 11. September 2019, 17:40
von Cpt. Bucky Saia
Streetscooter-Gründer über Mobilität "Es reicht nicht, einfach Verbrenner-SUV durch Elektro-SUV zu ersetzen"

Mit dem Streetscooter hat er die großen Hersteller blamiert, zur Automobilmesse IAA urteilt E-Mobilitätsspezialist Achim Kampker hart: Die Branche habe nicht umgeschaltet. Er sieht vor allem Ingenieure in der Pflicht.
Genau, es bleibt beim "höher, schneller, weiter". Wer die dickste Batterie hat, ist der coolste. Mit neuem Denken hat das nichts zu tun. Wir brauchen Brüche. Es reicht nicht, einfach den Verbrenner-SUV durch den Elektro-SUV zu ersetzen. Insofern stimmt es schon: Die Autoindustrie tut etwas, doch das bedeutet keinerlei Fortschritt. Vielleicht geht das noch eine Weile gut, aber nicht mehr lange.
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/str ... 85652.html

Ja einfach nur verbrenner durch E Autos ersetzen ändert nichts an der desolaten Verkehrslage. Im Gegenteil die Menschen denken dann nachher noch "ist ja nicht so schlimm" und verstopfen noch mehr die Straßen.

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 27. September 2019, 17:01
von Cpt. Bucky Saia
Mythen der Verkehrswende: Wenn das Saubere vom Himmel versprochen wird

Aller Warnungen zum Klimawandel zum Trotz steigt der Verkehr. Lösungsvorschläge gibt es viele. Allerdings sind viele bei näherer Betrachtung kaum umsetzbar und verkennen die Realität.
https://www.focus.de/finanzen/boerse/ex ... ket-newtab

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 28. September 2019, 09:07
von Cpt. Bucky Saia
Facebookgruppe „Fridays for Hubraum“
Vom Aufstieg bis zum Stillstand der Bewegung

Zunächst war die Facebookgruppe „Fridays for Hubraum“ nur als Scherz gedacht. Dann traten innerhalb weniger Tage rund 400.000 Leute bei, einige mit radikalen Ansichten. Nun zogen die Verantwortlichen die Reißleine.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... ket-newtab

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 28. September 2019, 11:09
von Bwana Honolulu
Darüber, wie Fridays For Hubraum entgleist ist:
hal hat geschrieben:
Bwana hat geschrieben:Gegenhund-Style?
Ich hatte jetzt zunächst an 4chan und verschiedene Unterlases gedacht - r/legoyoda zB ist ganz frisch gelöscht, nachdem manche Leute vollkommen ironiefrei dafür waren, Minderheiten zu überfahren (Das Mem war so "2000 Honda Civic I drive. Under the influence of Ketamine, I am. Minorities, I run over." Immerhin also nicht das Thema verfehlt.) Es gibt ja auch dieses Zitat, das mittlerweile offenbar schonmal Descartes zugeschrieben wird, von hier:
Any community that gets its laughs by pretending to be idiots will eventually be flooded by actual idiots who mistakenly believe that they're in good company.
Bevor jemand fragt: "Lases" ist einfach nur deutsch für Reddit, ein "Unterlases" ist also ein Subreddit. %D Und "gegenhund.org" war (ist?) ein Forum für überdrehte Hundehasser, das eigentlich als absurder Scherz anfing (weshalb es da ziemlich bizarre Gift-Rezepte gab mit "knuffigen Hamstern" als Zutaten und so), dann aber von immer mehr tatsächlichen Hundehassern überlaufen und übernommen wurden. Siehe auch Poe's Law.

Re: Verkapselter Verkehr

Verfasst: 30. September 2019, 05:26
von Cpt. Bucky Saia
Falschparker auf Radwegen
Wenn Polizisten absichtlich wegschauen

Der Bund will Falschparker härter bestrafen. Das Problem: In den Städten fehlt zur konsequenten Ahndung oft das Personal. Mancherorts werden die Beamten aber auch dazu angehalten, Delikte zu dulden.
Um Radfahrende im Straßenverkehr besser zu schützen, zeigt sich Berlin erfinderisch. So werden Radwege neuerdings mit grüner Farbe angemalt. "Farblich hervorgehobene Fahrradwege erhöhen für alle Verkehrsteilnehmenden die Sicherheit auf den Straßen", erklärt die Senatsverwaltung. Überfahren oder blockiert werden die neuen Schutzstreifen von Autos trotzdem - insbesondere von Lieferwagen.

Möglich macht dies eine interne Dienstanweisung der Behörden. Danach müssen Berliner Polizeibeamte Falschparken beziehungsweise Halten in zweiter Reihe nicht ahnden, wenn dies den "Wirtschaftsverkehr" beeinträchtigt. So werde in der Verkehrsüberwachung nicht eingeschritten, wenn "das Interesse des Parkenden an der durchzuführenden Lieferung objektiv gegenüber dem Interesse des Fließverkehrs überwiegt", heißt es in der "Berliner Linie" genannten Regelung.


https://www.spiegel.de/auto/aktuell/ber ... 88379.html

Amüsanter Kommentar dazu ...
WadeB hat geschrieben:
Lösung ist doch recht einfach...
...dann sollen die Lieferwagen halt ihre Möglichkeit zum Parken außerhalb der ausgewiesenen Parkflächen bekommen - aber nicht auf dem Radweg. Wenn es doch so dringend ist, dann können sie ja auf der Fahrspur halten und dort den Auto- und Lieferverkehr aufhalten. Der Radverkehr kann dann weiterlaufen. Das wäre doch eine angemessene "Berliner Linie".