So. Hatte gerade schon mit felge darüber pmt, daß ich das gestern eigentlich genau
umgekehrt gemeint habe, und veröffentliche in Absprache mit ihm jetzt mal sein "umgekehrtes" Arbeitszeugnis, das eher meinen Vorstellungen entspricht:
Die Personalabteilung hat geschrieben:Arbeitszeugnis
Herr Fehl Geleitet, geboren am 44 CFN 3148, war vom 27 AFM 3181 bis 15 DSC 3183 in unserer Mobbing-Abteilung als Mitarbeiter tätig, wobei von "Mitarbeit" oder "Tätigkeit" kaum zu sprechen sein kann.
Unser Unternehmen, die Aktion 23, stellt seit 3162 Geisteskrankheiten und andere schnellabdrehende Konsumgüter her. Bekannt sind wir vor allem durch subversive Flugblätter.
Die Aufgaben von Herrn Geleitet umfassten eigentlich nur "Herumsitzen" und "Stillsein", was er allerdings in der Regel eher als "Herumpöbeln" und "Im Büro im Takt lauter Schlagermusik Onanieren" interpretierte.
Folglich beherrschte er seinen Arbeitsbereich weder entsprechend unseren Anforderungen noch überhaupt im Rahmen irgendwelcher auch nur annähernd realistischer, menschlicher Vorstellungen. Herr Geleitet zeigte weder Initiative noch Engagement, außer beim Drogenkonsum, beim Randalieren und bei sexuellen Aktivitäten, sowohl alleine als auch mit Mitarbeitern, Kunden und Außenstehenden jeden Geschlechts. Jede Form von Anleitung oder Kritik wurde von ihm aktiv ignoriert. "Sorgfalt", "Zuverlässigkeit" und "Planung" sind für ihn Fremdwörter, ähnlich wie "nüchtern", "Buchstaben" oder "Körperhygiene". In der Regel vernichtete er sogar noch jeden Ansatz positiver Arbeitsergebnisse, sowohl bei sich selbst, als auch in seinem Umfeld, und das stets mit höchster Effizienz. Hervorzuheben ist auch seine enorme kriminelle Energie, mit der er Firmengelder veruntreute, Firmeneigentum von Arbeitsmaterial bis hin zu Immobilien stahl und alle Arten von Hehlerware im Firmenumfeld verschacherte. Regelmäßig beschmierte er auch Wände und Boden großzügig mit seinen eigenen Fäkalien, um sein Revier zu markieren. Untergebene nutzte er stets für persönliche Belange aus, ohne dabei Gesetz, Sitte, guten Geschmack, Gesundheit oder Umweltaspekte zu beachten. Vorgesetzte wurden von ihm in der Regel bestochen oder bedroht, wobei kriminalpolizeiliche Ermittlungen in zwei Fällen verschwundener Vorgesetzter gegen ihn eingeleitet wurden. Positiv hervorzuheben ist lediglich, dass Herr Geleitet während seiner zahlreichen Krankheitsfälle häufig der Arbeit fern blieb, sofern er zu diesem Zeitpunkt einen festen Wohnsitz besaß.
Herr Geleitet verlässt unser Unternehmen zum 15 DSC 3183, und wir danken Eris dafür. Falls Sie dies lesen, können wir Ihnen nur eindringlich raten, sofort die Polizei zu rufen. Sollte Herr Geleitet Sie bedrohen, geben Sie vor, zu kooperieren.
Wir hoffen aufrichtig, dass Herr Geleitet einen langsamen, qualvollen Tod an der Syphillis stirbt, mit der er mindestens sieben andere, wesentlich vertvollere Mitarbeiter wissentlich und willentlich angesteckt hat.
[tab=30]i.A. Edith
So eins hätte ich auch gern über mich.

Lässt sich sicher auch noch verschlimmbessern.

Jedenfalls war das, was mir vorschwebte: Nach außen hin so schlimm und fies wie nur möglich, aber in einer Form, die einen irgendwie eine kodierte Botschaft zumindest
vermuten lässt.

Wir haben natürlich (noch?) kein "Zeugnislexikon" wie bei den normalen Arbeitszeugnissen, in dem wie jetzt so was wie "beschmierte er auch Wände und Boden großzügig mit seinen eigenen Fäkalien" nachschlagen können und erkennen, daß es heißt, daß der Mitarbeiter nicht nur sehr engagiert, sondern auch teamfähig war, oder so was in der Art. So ein Lexikon
könnte man durchaus erstellen. Aber ich finde, das muss nicht sein, es würde der Sache die Flexibilität nehmen. Mir persönlich reicht's, wenn es
aussieht, als sei es auf dieselbe Art kodiert wie die üblichen Zeugnisse, nur halt mit einem anderen Vokabular, anderen Signalwörtern (oder sollte ich "Codewörter" sagen? Oder "Kotwörter"?

).
Dazu auch noch felges Reaktion aus der letzten PM:
fehlgeleitet hat geschrieben:na dann würde ich mysteriöse passagen schreiben wie:
"Während seiner gesamten Zeit bei uns gelang es Herrn X leider nicht, seine Urängste vor dem anderen Geschlecht zu überwinden. Auch vor Hunden fürchtete er sich."
"Wir schließen aus Herrn X verhalten, dass er die ungeschriebenen Gesetze weniger beachtet als die offiziellen."
"Worüber man nicht reden kann, darüber sollte man schweigen."
Ja, wobei...

ist wohl "vor Hunden fürchtete er sich" besser, oder sollte man dem Mitarbeiter lieber 'ne handfeste Zoophilie andichten?
