Zaubere lang, diviniere kurz.

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Cpt. Bucky Saia
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Zaubere lang, diviniere kurz.

Beitrag von Cpt. Bucky Saia »

Wer das nicht kennt, hat im Studium gepennt.
"Zaubere lang, diviniere kurz " ist eine vergleichsweise recht banale Phrase die zumindest in der Chaos Magie recht populär ist und die eigentlich und uneigentlich jeder Magier dort beherzigen sollte.
Damit ist im grunde nichts anderes gemeint als das man bei einem Zauber die erfolgswahrscheinlichkeit erhöht je länger die Ereignisskette wirken kann. Bei der Divinition verhält es sich genau umgekehrt. Hier sollte die Kette der Ereignisse möglichst kurz sein da ein Ergebniss so einfacher und klarer wird.
Dabei kommt den Chaos Magiern die Chaostheorie zugute die im grunde ja auch nur besagt das ein winziger Auslöser eine Kette von Ergeignissen in gang setzen kann (und wird) und das diese Kette, je länger sie ist, um so wahrscheinlicher zum Erfolg führt.
Ich werde dies nachher noch anhand eines kleinen Zaubers näher ausführen.
Bezeichnend hierfür ist wohl der Schmetterling der einen Wirbelsturm auslöst oder, mein Lieblingsbeispiel, der Apfelwurf der Eris.
Grade hier zeigt sich, über diverse Ebenen verteilt, sehr klar und deutlich was ein kleines Ereigniss auslösen kann.
In der Diviniation nun sollte der Magier jedoch tunlichst vermeiden die ganze Kette der Ereignisse überblicken zu wollen. Dies ist nahezu unmöglich, wenn man berücksichtigt das jedes Ereigniss in der Kette eine vielzahl weiterer Ereignisse auslöst die nichts aber auch rein gar nichts mit dem ursprünglich angestrebten Ziel gemeinsam haben.
Einer Kettenreaktion gleich folgt hier Ereigniss auf Ereigniss und je länger die Kette ist desto mehr Ereignisse verschachteln sich und spalten sich ab so das es ab einem gewissen Punkt nur noch sehr schwer möglich ist einen Zeitpunkt der weit entfernt liegt genau zu deuten.
Der Zauber hingegen ist in der Chaos Magie genau auf diese Kettenreaktion angewiesen.
Wenn ich also einen rein Chaosmagischen Zauber wirke so tue ich dies meißt mit einer vorlaufzeit von ca 1/2 Jahr was sich in der Praxis sehr gut bewährt hat. Dies gibt dem zauber genug spielraum um sich zu entfalten und Ereignisse in gang zu bringen die letztendlich zum gewünschten Ergebniss führen.
Die Divination hingegen bemühe ich hier lediglich nur kurz nach dem wirken, um überhaupt zu erkennen ob der zauber eine irgendwie geartete Wirkung entfaltet hat und kurz vorm angepeilten Stichtag um zu erkennen ob ich mein Ziel erreicht habe.
Sollte dies nicht der Fall sein habe ich so die Möglichkeit nochmals regulierend einzugreifen.
Nun ein Beispiel aus der Praxis.
Ich habe vor einiger Zeit eine Sigille erstellt die ich den "schwarzen Schmetterling des Chaos" genannt habe.

Bild

Ich empfinde dieses "Wesen" tatsächlich als schwarzen Schmetterling und so verfahre ich dann beim wirken des Zaubers auch.
Ich definiere nun für mich das Ziel meines Zaubers und halte dabei meine Hände so als ob ich darin einen Schmetterling halten würde. Dann flüstere ich diesem mein Ziel ein, puste kurz in meine Hände als symbolischer Lebenshauch und entlasse ihn dann so wie man es mit einem richtigen Schmetterling auch tut.
Dieses kleine, arschlochhafte Wesen nun fliegt loß und setzt ein weiteres Ereigniss in Gang das vordergründig erstmal gar nichs mit dem Resultat des Zaubers zu tun hat. Ich könnte also, selbst wenn ich das wollte, bei dieser Art Magie gar nicht oder nur sehr schlecht erkennen ob mein Zauber überhaupt das gewünschte Resultat hervorbringt. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt.
Sehr wohl weiß ich aber das er wirkt und irgendwas bewirkt hat. Dieses ominöse Etwas soll mir aber reichlich egal sein denn von nun an vertraue ich auf die Chaostheorie und lasse der Kettenreaktion freie Bahn.
Das bemerkenswerte an dieser Technik ist, dass man mit minimalen Kraft und Energieaufwand etwas wahrlich großes bewirken kann (sofern man die Zeit dafür hat).
Ich flüster also zu meinem Schmetterling das ich unbedingt ein extrem seltenes und wertvolles Buch haben will und lasse ihn frei.
So mag es sein das mein kleiner Schmetterling vieleicht für ein kitzeln in der Nase eines Autofahrers sorgt was an für sich ein winziges Ereigniss ist. Dieser Autofahrer jedoch verzieht beim Niesen das Lenkrad und kracht gegen eine Ampel. Die Ampel ist defekt es entsteht ein Verkehrschaos was dazu führt das eine weitere Person unter Stress steht und einen wichtigen Termin nicht mehr einhalten kann. Aufgrund dessen bekommt er vieleicht nicht den Job den er wollte, die Stelle ist wieder frei und eine andere Person ergattert den Job. Diese ist so glücklich darüber das sie erstmal mit seiner Familie in den Urlaub fliegt. Wärenddessen merkt eine Bande Einbrecher das das Haus leersteht und bricht dort ein. Auf dem Weg zurück übersehen sie vieleicht eine defekte Ampel, bauen einen Unfall, verlieren einen teil der Beute. Ich finde diesen Teil und bringe ihn zurück zur beraubten Person dessen Frau sich tatsächlich als Buchhändlerin herrausstellt und mir aus dank dafür ein seltenes Buch schenkt das ich immer schonmal haben wollte.

Dieses Beispiel ist natürlich überspitzt, zeigt aber sehr schön wie so eine Ereignisskette letztendlich aussehn kann und warum es wenig Sinn macht hier im Vorfeld langfristig zu Divinieren wärend es sehr wohl Sinn macht seinem Zauber eine gewisse Zeit zu geben um sich zu entfalten. In der tat kann hier eine Divination im kontext mit dem zauber auch schadhaft werden. Wenn ich nämlich ein Eriegniss erkennen kann das ich nicht zu deuten weiß und das dann meiner Meinung nach nicht zum Resultat zu passen scheint. Der Magier mag hier dann schon regulierend eingreifen wollen was zu einer weiteren Verkettung führt die vieleicht genau das Gegenteil von dem bewirkt was vorgesehen war.
Ich fusche also meinem eigenem Zauber ins Handwerk.

So banal dies auch alles klingen mag so banal ist es letztendlich auch.
Allerdings, und das begreife ich als besonders wichtig, wird hier sehr schön gezeigt wie man mit minimalem Kraftaufwand und überaus Energieeffizient ein relativ großes Ergebniss erzeugen kann.
Viele, grade junge (also Neulinge) Magier, vergessen dies sehr schnell und legen viel Kraft in überaus pompöse Rituale und Zauber (und glauben das sie auch nur mit diesen was erreichen können) was durchaus auch gut funktionieren kann. Alledings ist es eben manchmal auch besser kleine Brötchen zu backen grade wenn ich genug Zeit habe damit sich ein Zauber entfalten kann.
"Wir sind nicht der Abschaum. Wir sind der schillernde, toxische Schleim der auf dem Abschaum schwimmt ..."
Seine Spektralität Cpt. Bucky "Saia" Sternentänzer
alias Papst Cerrynt Eiledol von Welodd alias Nede E Lym von Leng alias Baktus Paradonti alias Dr. Dromis Seth, Master Phool im Outer Space, (Mitbe)Gründer der Univers-City of Sockovia, Moonman Winter Dream, aus der dritten Vergangenheit, General Error der Invasionstruppen, Captain der ersten erisischen Kompanei westlich von Osten, Hüter des hailigen GNARV und anderer nutzloser Dinge, Dunkelelfischer Bischof von Betty, Vorstand der Company auf Lebenszeit, Ernenner des Fonsis auf Zeit, der während eines Bades ehrenhaft erleuchtete, Beschützer des rauchenden Orakels am Stiel, exzellenter Züchter der feinsten Flugaffen nördlich von Reykjavík, Eiliger Hailigenpfleger der Aktion 23, (Er)Finder des Starfish Mythos, Transluzenter Geheimniskrämer und unter der Hand Händler, Schieberkönig der Unwissenden, Verfasser von nicht geschriebenen Werken, autorisierter Verkäufer von "Das LichtTM" und "SeelenheilTM", eingeweihter Oberanti der D.A.D. sowie Pharao Hypothep alias Pharao Pontifex zu Popanz von Paranoia Panoptikum, Bürokrat im Büro für Zweckentfremdung, Anwender von Methoden, Knazler und freier Beratzer auf Schloß Gammelot in Mottrop´s Tradition, Eidechsenkönig und Universalgott Nr. 5

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